Wissenswertes über die Serra de Tramuntana im schönen Nordwesten von Mallorca

Die Serra de Tramuntana mit seinem Gebirge im Nordwesten von Mallorca ist mit seiner spektakuleren Landschaft eine schöne und abwechslungsreiche Region.

Geografie & Natur:

Die Region der Sierra de Tramuntana, mit dem gleichnamigen Gebirge, umfasst ca.
1.070 km² und liegt im Nordwesten der Insel. Mallorcas höchste Gebirgskette ist ca. 90 km lang. Höchster Berg der  und gleichzeitig höchster Berg von Mallorca ist der Puig Major mit ca. 1.445 m. Die Tramuntana ist die wasserreichste Region der Insel, unter dem Puig Major befinden sich die zwei grossen Trinkwasserseen "Embassament- de Cuber und de Gorg Blau“ der Insel. Im Winter sind  die Gipfel des Puig Major, Teix, Massanella und Tomir schneebedeckt . Bunyola hält Niederschlagsrekord auf das Jahr gerechnet und im 19. Jahrhundert wurde sogar bei dem Bergdorf Espoles das erste Wasserwerk gebaut. Die Vegetation ist sehr üppig im Vergleich zu den restlichen Regionen. In der Sierra de Tramuntana finden sich Steineichenwälder, Olivenhaine und Pinienwälder. Aus Zeiten der Mauren auf den Balearen stammen die Nutzpflanzen (Obst, Gemüse, Getreide, usw…), die im Terrassenanbau mit ausgeklügelten Bewässerungsanlagen angelegt wurden.

Die Sierra de Tramuntana eignet sich bestens für Touren aller Art. Gut ausgebaute Strassen und Wanderwege und dennoch großen Teils naturbelassen, eines der schönsten und interrasantesten  Ausflugszielen Mallorcas.
Die "Torrent de Pareis“ bei der Cala de Sa Calobra ist die zweit größte Schlucht im Mittelmeerraum und grösste Mallorcas. Nach dem Abstieg von 4,5 km, der ausschliesslich in Begleitung Fachkundiger in Angriff genommen werden sollte, belohnt der schöne "Sa Calobra".

Zur Fauna:
Die Schlucht "Torrent de Pareis“ ist das zu Hause des nur noch sehr seltenen (ca. 50 Stück) schwarzen Mönchsgeier (mit seiner imposanten Spannweite von bis zu 3 m). Erst 1979 wurde hier auch eine nur auf Mallorca existierende Krötenart entdeckt.

Kultur & Ambiente:

Obwohl das Land der Sierra de Tramuntana durch ausreichend Wasser fruchtbar ist, war das Leben hier eine Herausforderung. Die Berge forderten immer wieder Opfer, sei es durch herabstürzendes Gestein oder durch den eigenen Absturz. Die Tramuntana ist dünn besiedelt.
Aus Bunyola kommt eins der besten Olivenöle der Insel.
Sóller ist als "Tal des Goldes“ bekannt – den Namen verdankt es den Orangenbaumplantagen. Die saftigen Weiden eignen sich gut zur Nutztierhaltung. Heute kann das Landgut-Museum "La granja“ bei Es Porles besichtigt werden – ein echtes Stück Geschichte – man bekommt einen Einblick in einen Landwirtschaftsbetrieb wie er früher ein mal war.

Strassenbau und Erschliessung der Sierra de Tramuntana. Z.B. die Strasse von Port de Pollenca nach Cap de Formenter und "die Schlange“ – die Strasse nach Sa Calobra, sind Meisterwerke des Strassenbaus und verschandeln nicht die Landschaft , sondern gliedern sich ein, als hätte die Natur diese Strassen so schon immer vorgesehen – eine weitere Sehenswürdigkeit! Ab den 90er Jahren kann Sóller durch einen Tunnel erreicht werden. Unbedingt sehenswert ist auch der 1862 erbaute Leuchtturm und Aussichtspunkt "Cap Formentor“ der wortwörtlich 300 m über dem Meer liegt. Hier treffen sich die Winde. Die Aussicht ist bemenkenswert! Bis Menorca im Osten und  Cala Figuera im Westen. Vor den Toren von Pollença befindet sich eine von zwei Römerbrücken (rund 2000 Jahre alt und bemerkenswert gut erhalten). 
Pollença hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten: z.B.: die 1236 von den Tempelrittern gegründete Kirche "Nostra Senyora dels Angels" oder den Palast der Templer. Das heutige Rathaus war eine 1697 von den Jesuiten gegründete Kirche. In dem Dominikanerkloster von 1578 finden heute viele Konzerte und Musikfestspiele statt.


Menschen und Traditionen:

Nur in der Sierra de Tramuntana gab es die "Nevetes“ die Schneemänner Mallorcas – sie holten im Winter Schnee und Eis von den Bergen und bewahrten diesen in Schneehäusern "casas de neu“ auf. Im warmen Sommer verdienten Sie dann mit Eis im Tal ihr Geld.
Seit dem 19. Jahrhundert kamen immer mehr Ausländer auf die Insel und in das Gebiet der Sierra de Tramuntana. Orte wie Dèia, Pollença, Valldemossa und Sóller wandelten sich.
1912 wurde eine Eisenbahnstrecke von Sóller nach Palma de Mallorca gebaut.


Geschichte und Legenden:

1838 schrieb die französische Schriftstellerin Geoge Sand während ihres Aufenthalts auf Mallorca das Buch "Ein Winter auf Mallorca“ . Sie verbrachte den Winter mit ihrem Geliebten (Frederic Chopin – dem berühmten Komponisten) in Valldemossa.

Piraten an der Küste Mallorcas.
In Port de Pollença und Port de Sóller zeugen mächtige Wehrtürme von der Zeit der Piratenangriffe auf Mallorca.
Heute wird die erfolgreiche Abwehr der Piraten jährlich mit einem grossen Spektakel gefeiert. Mit klassischen, mallorquienischen Gewändern und Trachten wird das Holzschwert gegen den Holz-Krummsäbel geschwungen. Selbst die Frauen kämpfen und sei es mit Bratspiess und Bratpfanne. Den tapferen Frauen Mallorcas wurde ein Denkmal gewidmet – wobei heute unklar ist, ob die Tapferkeit oder das furienhafte äußere Erscheinungsbild die Mauren/ Piraten in die Flucht geschlagen hat…

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